60 Jahre Bergrettung

Am 28. Juni hat die Bergrettung ihr 60 Jahr Jubiläum feiern können. Dazu wurden alle ehemaligen und aktiven Bergretter zu einem gemeinsamen Tag eingeladen. Barbara Walser hat nun einen Erlebnisbericht über diesen Tag geschrieben:

Einen unvergesslichen Tag durfte ich als ehemaliges Mitglied der Bergrettung Liechtenstein am Samstag anlässlich der 60-Jahrfeier erleben. Am frühen Morgen starteten 13 Gruppen ehemaliger Bergretter geführt von Mitgliedern der Bergrettung auf unterschiedliche Touren. Jede Gruppe bestieg einen bis fünf Berggipfel Liechtensteins, sodass schlussendlich alle Gipfel an diesem einen Tag bewältigt werden konnten. Dank Sponsoren, die diese Gipfel im Vorfeld „gekauft“ hatten, konnte diese Feier finanziert werden.

Allein schon eine dieser Touren auszuwählen war eine Herausforderung. Alle waren reizvoll. Dass auf eine Tour eine Kaffeemaschine mitgenommen werde, führte schliesslich zu meiner Entscheidung. Wir starteten also um 8.45 Uhr von Malbun Richtung Hahnenspiel. Von dort aus ging es weiter zum Nospitz, wo wir, wie übrigens alle anderen Gruppen, ein Steinmännchen bauten, welches beschriftet wurde. Gemeinsam hielten wir ein leuchtendrotes Seil und machten so ein Gipfelfoto. Diese Fotos sollen später in einem Buch festgehalten werden.  Natürlich durfte auch ein Eintrag ins Gipfelbuch nicht fehlen. So ging es weiter über den Augstenberg zum Gorfion, wo dank hervorragender Regie unserer Tourenleiter die kurze Kletterpartie von allen gemeistert wurde.

Um 4 Uhr Nachmittags trafen dann nach und nach alle Gruppen zufrieden und wohlbehalten vor dem Hotel Steg zum Apero ein. Natürlich wurden auch hier Fotos gemacht und schliesslich durfte man im Saal Platz nehmen. Es folgten Begrüssungen und Ansprachen und schliesslich wurde von Andi Konrad und seinem Team die Vorspeise serviert. Josef Hoop berichtete dann eindrücklich über die Gründung der Liechtensteinischen Bergrettung im Jahre 1954. Dabei zitierte er aus Noldi Frommelts Tourenberichten einige Gedanken, die für absolute Stille im Saal sorgten und auch heute oder erst recht heute eine grosse Bedeutung haben:

„Gewiss, meine ganze Freizeit habe ich in den Bergen verbracht und ich möchte sie auch nicht missen. Ist es heute nicht so, dass durch die Arbeitsmethoden sowie viele Vergnügungen und auch entarteter Sport die Menschheit stark vermasst wird, und viele ihr selbständiges Denken einbüssen. In den Bergen sind wir viel allein und die unberührte Natur gibt uns die beste Gelegenheit in uns selber zu gehen und über den Sinn und Zweck dieses Lebens nachzudenken.“ (Noldi Frommelt 1955)

Nach dem Hauptgang folgten weitere Epochenberichte. So erzählte Paul Wohlwend von der Errichtung des Kreuzes auf dem Schrägen Turm und einem unerklärlich lauten Knall, der darauf folgte.

Hans-Peter Walch lobte die damals flache Hierarchie in der Bergrettung. Diese veranschaulichte er am Beispiel einer Skitour mit neun Teilnehmern, die dreizehn unterschiedliche Spuren hinterliessen. Von Wolfgang Marxer erfuhren wir von einer Wette, bei der man das Zelt des Zirkus Knie auf dem Saroja- sattel errichten wollte und natürlich durften auch echte Raubtiere nicht fehlen. Anscheinend wurde diese Wette in abgeschwächter Form eingelöst. Auch der letzte Epochenbericht sorgte natürlich für Lacher. Es wurde aber auch von ernsten Situationen berichtet und immer wieder wurde der starke Zusammenhalt betont, den man auch an diesem Anlass deutlich spüren konnte.

Dank der hervorragenden Arbeit der Organisatoren durften wir einen wundervollen Tag erleben, der allen in guter Erinnerung bleiben wird.