Generalversammlung 2015

Es gibt ein zu den Dienstleistungen der Bergrettung passendes Zitat von Erich Kästner: «An allem Unfug, der passiert, sind nicht etwa nur die schuld, die ihn tun, sondern auch die, die ihn nicht verhindern.» Wenn man den Jahresbericht der Bergrettung vor Augen hat und an der Versammlung dazu eindrückliche Bilder sah und vor allem die Erlebnisse derer hörte, die bei vielen Einsätzen Kopf und Kragen für andere riskierten, gewinnt diese Aussage an Gewicht. Denn bei manchem Einsatz stellt sich die Frage, ob der Aufwand an Menschen und Material nicht vermeidbar gewesen wäre. Da stehen sich zwei Arten von Einsätzen gegenüber: Die, bei denen unglückliche oder kaum vorhersehbare Umstände Menschen in Not brachten, und solche, die bei Wahrung gesunden Menschenverstands zu vermeiden gewesen wären. Vermeidbar oder nicht: Auf die Bergrettung ist immer Verlass. Manchmal hiess es dann im Bericht einfach lakonisch: «Die vermisste Person konnte unversehrt auf der Strasse auf dem Rückweg angetroffen werden.» Aber dahinter stand dann womöglich ein gefahrvoller nächtlicher Einsatz etlicher Freiwilliger bei unangenehmen Witterungsverhältnissen.

 

Grenzüberschreitendes Netz

Bergrettungschef Norbert Gantner konnte an diesem Abend nicht nur zahlreiche Bergretter und -retterinnen begrüssen, sondern auch einige Vertreter von Behörden und Organisationen, die mit der Bergrettung eng und erfolgreich zusammenarbeiten, wie mehrfach beiderseits betont wurde. Diese Gäste bedankten sich auch gegen Schluss der Versammlung in ihren Grussworten ausdrücklich dafür. Es waren die Vertreterinnen und Vertreter der Landespolizei, der Rettungshundegruppe, des Krisen-Interventions- Teams (KIT), der Alpinen Rettung Ostschweiz, der Bergrettung Feldkirch-Frastanz, des Liechtensteinischen Feuerwehrverbands und des Amts für Bevölkerungsschutz. Bei dieser Gelegenheit erfuhr man auch durch den Vertreter dieses Amtes, dass es künftig statt des monatlichen Probealarms regulär nur noch zwei pro Jahr geben werde, und zwar im März und November. Für den Alpenverein würdigte Pio Schurti die Bergrettungsarbeit.

 

Verdiente Ehrungen

Die üblichen Tagesordnungspunkte konnten anstandslos abgewickelt  werden. Das bot zeitlich mehr Spielraum für wichtige Einblicke in jene Themen, bei denen es um die Substanz der Bergrettungsarbeit ging, nämlich die Organisations-und Einsatzarbeit, z. B. die Material- und Tätigkeitsberichte,aber auch Personelles, zu dem die Ehrung von Christoph Frommelt für seinen 30-jährigen Einsatz gehörte. Weitere Auszeichnungen erfolgten durch dieÜbergabe kleiner Präsente an verdiente Persönlichkeiten.Insgesamt neun Einsätze waren 2014 zu verzeichnen, für die 185 Einsatzstunden aufgewendet werden mussten und an denen 65 Personen beteiligt waren. Sieben Menschen wurden so unverletzt gerettet, ein Verunfallter konnte nur noch tot geborgen werden. Das machte deutlich, dass nicht nur die körperlichen Strapazen, sondern auch die psychischen Belastungen dieses Dienstes gewürdigt werden müssen. Weiterbildungskurse, Übungen, Proben, aber auch der kameradschaftliche Zusammenhalt tragen dazu bei, dass sich jeder auf den anderen verlassen kann. Das schweisst nicht nur zusammen, sondern garantiert professionelle Arbeit im Dienst am Mitmenschen.

 

Mitgliederzuwachs

Neben dem Austritt aus dem Vorstand von Christoph Beck wurden drei Neuaufnahmen und sechs Anwärter bestätigt, insgesamt ist der Personalbestand damit auf 35 angestiegen. Für das jetzige und das kommende Jahr wurden Neuwahlen abgehalten: Neu im Vorstand ist Jan Allaart, der übrige Vorstand wurde bestätigt.

Quelle: Liechtensteiner Vaterland