50 Jahre Bergrettung

50 Jahre Liechtensteinische Bergrettung

von Christoph Frommelt

Im Jahre 2004 erreichte die Liechtensteinische Bergrettung eine bedeutende Wegmarkierung. Genau fünfzig Jahre war es her, seit einige Männer und Frauen im Eindruck einer Lawine in Plons (Vorarlberg) diese, unsere Organisation gründeten. Für uns war es Anlass genug, unseren Verein der Öffentlichkeit facettenreich näher zu bringen und denen Personen zu danken, die über Jahre die Liechtensteinische Bergrettung geprägt und unterstützt haben. Wir konzentrierten uns auf fünf Kernaktivitäten, die jede in sich einen eigenen Reiz und Aussage hatten. Ein Sammelsurium an illustren Geschichten zu jedem einzelnen Jahr publizierten wir Anfang Jahr als Sonderbeilage in der Bergheimat.

Beim lesen der Lektüre konnte man die eine oder andere amüsante Anekdote aus verschiedenen Jahren erfahren, Erinnerungen auffrischen und dabei einen über Jahre äusserst lebhaften Verein mit all seinen Eigenheiten kennen lernen. Dass dieses Werk von vielen ehemaligen und aktiven Bergretterinnen und Bergrettern geschrieben wurde, macht es so besonders wertvoll.

Im Juni konnte die Freiluft Ausstellung Wegbilder eröffnet werden. In mühevoller Fronarbeit bauten die Mitglieder den Weg vom Silumer Kulm bis Bargälla Sattel aus. Entlang des Weges bildeten Interventionen, welche von Architektur Studenten der FH Liechtenstein zum Thema „Schutzraum“ erstellt wurden, die Ausstellung Wegbilder. Dem Wanderer bot unser Weg nicht nur eine erholsame Wanderung durch ein herrliches Stück liechtensteinisches Alpengebiet, er konnte sich auch an den ideenreichen Objekten erfreuen. Wer weiss, vielleicht werden diese Gebilde dereinst tatsächlich einem in Not geratenen Wanderer Schutz bieten. Die überwiegend positive Resonanz lies Teile aus dieser temporären Ausstellung zur festen Installation werden.

Die Geburtstagspublikation schlecht hin wurde der im September veröffentlichte Schesakalender, welcher einen alten, aber auch heute noch äusserst aktiven Brauch der Liechtensteinischen Bergrettung präsentierte. Seit jeher bekommen heiratswillige Mitglieder als Hochzeitsgeschenk eine nach dem Beruf gestaltete Schesa von ihren Kameradinnen und Kameraden. Über die Jahre kam ein riesiger Schatz an solchen Konstruktionen zusammen, welcher nun seine Ehrung erhielt. Als Geburtstagskalender verfasst, werden diese Schesen über Jahre hinweg in den Stuben vieler Leute an unser Jubiläum erinnern.

Bei strahlendem Sonnenschein konnten wir unsere Jubelfeier ausrichten. Wir nahmen diesen unvergesslichen Abend als Gelegenheit wahr, Mitglieder aus allen Jahrzehnten zusammenzuführen und ihnen für ihren Einsatz zu danken. Über 180 Gäste wanderten aus den unterschiedlichsten Richtungen zum Festplatz auf der Alp Gafadura. Die Zeit verging im Fluge, feines Essen, unterhaltsame Darbietungen machten diesen Abend im Kreise alter Kameradinnen und Kameraden für alle unvergesslich.

Die Ausstellung bergen04 im Kunstmuseum Liechtenstein bildete den Abschluss des ereignisreichen Jubiläumsjahres. Eine crossmediale Installation bot Besuchern die Möglichkeit, die Grenzerfahrung einer Lawinenverschüttung nachzuempfinden. Bereits zur Vernissage erfreuten sich über 700 Gäste bei Theater und Sound einer sprichwörtlich langen Nacht im Museum. Ein zweiteiliges Symposium zur Thematik „Menschen in Grenzbereichen“ begleitete die Ausstellung ebenso wie Kinderanlässe und Präsentationen vor Studenten und Fachpublikum.

Stolz blicken wir nun zurück auf ein bewegtes passieren der fünfzigsten Wegmarkierung. Anstrengend war dieser Abschnitt des Weges, aber wundervoll war das Erlebnis und herrlich ist die Aussicht!

Wir danken der fürstlichen Regierung des Fürstentums Liechtenstein und den Sponsoren Liechtensteinischen Landesbank, Liechtensteinische Post AG, Hilti AG und KruppPresta AG für ihre freundliche Unterstützung. Ebenso danken wir dem Amt für Zivilschutz und Landesversorgung, dem liechtensteinischen Alpenverein, der Hochschule Liechtenstein, der Gemeinde Triesenberg, der REGA, der FH beider Basel, Abteilung Hyperwerk , dem Kunstmuseum Liechtenstein in Vaduz und allen die in irgendeiner Weise zum Gelingen dieser Aktivitäten beigetragen haben.